Anzeige wegen N?tigung

Diskutiere Anzeige wegen N?tigung im Diskussion Forum im Bereich Allgemeines; Hallo Leute, gestern Abend war ich auf der Autobahn unterwegs mit geschätzten 170-180 km/h. Weit vor mir sehe ich einen PKW der auf der linken...

  1. #1 PrinzEssin, 22.10.2004
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    Hallo Leute,
    gestern Abend war ich auf der Autobahn unterwegs mit geschätzten 170-180 km/h.
    Weit vor mir sehe ich einen PKW der auf der linken Spur mit ca. 100 km/h fährt, obwohl die rechte Spur mehrere hundert Meter lang komplett frei ist. Um ihn darauf hinzuweisen, mich doch bitte vorbeizulassen, habe ich einmal kurz die Lichthupe betätigt (Abstand zum Fahrzeug bestimmt 100-200m). Nachdem keine Reaktion erfolgte bin ich erstmal heftig in die Eisen gestiegen. Ich war dann natürlich sehr nahe an seinem PKW dran und habe gesehen das vor ihm noch einige andre PKW notorisch links fuhren um einen LKW der noch recht weit weg war zu überholen. Ich bin dann gemütlich auf die rechte Spur rübergezogen weil ich mir dachte: Wenn sich sonst niemand an das Rechtsfahrgebot hält dann machst du es wenigstens. Ich fuhr dann einige Sekunden direkt neben dem PKW her. Kurze Zeit später musste die ganze Kolonne bremsen, weil ganz vorne noch jemand eingeschert ist. Dadurch wurde ich auf der rechten Spur an 2-3 PKWs vorbeigespült. Als ich dann direkt hinter dem Laster auf der rechten Spur war, habe ich auf die erste Lücke gewartet, geblinkt, umgeschaut und habe langsam auf die linke Spur gewechselt. Der PKW hintermir - es war der selbe, den ich vorher mit der Lichthupe gebeten habe mich vorbeizulassen - beschleunigt nun um die Lücke zuzufahren und mich am Spurwechsel zu hindern. Das habe ich allerdings erst gemerkt, als ich schon zu einem Drittel auf der linken Spur war. Der besagte PKW bremste dann knapp hinter mir ab und hupte heftig.
    Als ich an dem LKW vorbei war bin ich sogleich wieder auf die rechte Spur gefahren, und dort wieder nach vorne gespült worden. Als ich hinterdem nächsten LKW war, habe ich wieder in die erstbeste Lücke auf der linken Spur gewechselt und bin an dem LKW vorbei.

    Einige Abfahrten später sehe ich ein Polizeiauto an der Ausfahrt warten, welches sofort losgefahren ist, als ich vorbei fuhr. Nach kurzer Zeit setzte sich dieses vor mich, und signalisierte mir das ich doch bitte Folgen soll. Am nächsten Autobahnparkplatz hielten wir, und die Beamten teilten mir mit, das mich jemand angezeigt hätte, weil ich rechts überholt hätte. Auf nachfrage sagten mir die Beamten, das das ganze 40 ? kosten würde, sonst nix. Ich könnte allerdings auch Wiederspruch einlegen. Da ich es ziemlich eilig hatte und mich eigentlich auch nicht später damit rumärgern wollte, habe ich mich für schuldig bekannt. (Lieber 40? zahlen als 2-3 Stunden Ärger). Ich wusste zu dem Zeitpunkt auch nicht wer mich angezeigt hatte, und wo und wann genau ich den Verstoss begangen haben sollte.

    Nachdem ich unterschrieben hatte stieg der zweite Polizei-Beamte aus dem Wagen und sagte mir das ich auch noch angezeigt worden sei wegen Nötigung. Die Beamten forderten mich auf ihnen zur Polizeistation zu folgen, wo dann meine Personalien erfasst wurden. Eine Stellungnahme habe ich dort noch nicht abgegeben.

    1. Was soll ich jetzt machen?
    2. Wie kann ich bestraft werden?
    3. Habe ich mich falsch verhalten?

    PS: Ich hatte keine Zeugen dabei, im anderen Auto saßen hingegen 3 Leute.
    PPS: Auf der rechten Spur habe ich nicht großartig beschleunigt, sondern bin gemütlich im Vehrker mitgerollt.
     
  2. hotw

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    1. Sofort zur Rechtsschutz und Anwalt.

    2. Steht da wohl Aussauge gegen Aussage. Aber da wird Dich Dein Anwalt sicher gut beraten :D
     
  3. #3 PrinzEssin, 22.10.2004
    PrinzEssin

    PrinzEssin

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    Hallo,
    danke für die schnelle Antwort.

    Leider habe ich keine Rechtsschutzversicherung. Soll ich da trotzdem einen Anwalt nehmen? Was kann/darf das max. kosten? Habe jemanden in der Verwandschaft der zwar kein Anwalt ist aber mehrere Jahre Jura studiert hat, und auch ab und zu Leute vertritt und berät. Das Blöde ist halt das nur ein richtiger Rechtsanwalt Einsicht in die Akte bekommt und damit auch die Aussagen der anderen Partei einsehen kann. Ist das so richtig?


    PS: Ich habe den Autoführerschein jetzt seit fast 3 1/2 Jahren, vorher schon 125er Führerschein. Wurde bis jetzt nur einmel geblitzt (11 km/h zu schnell) und habe aus Versehen mal auf einem Behindertenparkplatz geparkt (Das ärgerliche war, das überall rundum Parkplätze frei waren :-( ). Habe also (noch) eine weiße Weste. Hoffe das spielt eine Rolle vor Gericht.
     
  4. Jones

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    Moin,

    war auch mal in einer ähnlichen Lage.
    Die Anklage war damals aber berechtigt gegen mich erhoben worden da ich äußerst rücksichtslos und gefährdend gefahren bin. Ich weiß heute das ich schuldig war und hab auch daraus gelernt.Dennoch bin ich, dank meines Anwalts noch glimpflich herausgekommen und hatte nur einen Monat Fahrverbot eine Nachschulung und weitere 4 Jahre Probezeit. Das hätte für mich noch viel schlimmer ausgehen können.Allerdings hat mir das gezeigt wie wichtig eine guter Anwalt ist. Ohne den wäre ich damals verloren gewesen. Also ich kann dir den Anwalt nur dringlichst empfehlen,mit nem guten kommst du da warscheinlich raus ohne irgendeine Strafe.Ohne Rechtsbeistand kann man sehr viel falsch machen.
    Kann dir allerdings nicht sagen in welchen preislichen Klassen sich das damals bewegt hat oder was der Anwalt darf und dein Verwandter nicht

    Hoffe du kommst da wieder raus,

    keep driving,

    Jones
     
  5. #5 Schrauber-Jack, 22.10.2004
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    Da du rechts überholt hast, und die 40 lappen schon geopfert sind, würde ich es zugunsten der verschwendung von anwalts (deine kosten)und steuergeldern (polizei, staatsanwalt usw.) einfach lassen.

    einmal kräftig ärgern, und am freitag abend nicht ind ie disco, dann sind die 40 Euro schnell wieder drin.

    aufregen bringt nix.

    wird man eine zeugenbefragung machen, angenommen man wüsste die besitzer der anderen fahrzeuge, würden die auch sagen "der böse mercedesfahrer hat rechts überholt...

    das geht ins unendliche, und kostet mehr nerven und geld, als es wert ist....
     
  6. #6 ulli1969, 22.10.2004
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    Auf jeden Fall zum Anwalt, egal wie teuer er ist, denn gehst Du ohne Anwalt dahin, wirds richtig böse, zumal die Bullizisten zu 100% aussagen werden, Du hättest den Verstoß ja zugegeben, auch wenn Du´s nicht getan hast.
    Die Justiz kann da richtig einen von machen, wenn sie Bock drauf hat, könnte mit viel Pech und tollen Zeugen sogar eine Strafsache von werden (gefährlicher Eingriff in den Strassenverkehr, Nötigung, usw...)
    Darum mein Tiß: Immer vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen und alles weitere schriftlich, egal was ist.
     
  7. Tofffl

    Tofffl

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    ein anderer Tipp, hatte wegen was ähnlichem mal jemand angezeigt, der hat dann aber 8 monate Führerschein abgeben dürfen + 5000€ Strafe... aber zum Tipp: Nie, wirklich NIE die Lichthupe benutzen, dann lieber dicht auffahren oder sonst was machen, aber sobald die Lichthupe gezeigt wird geht es in eine Straftat über, deshalb auch die hohe Strafe für den, den ich angezeigt hatte.
     
  8. stern

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    bin zwar nur ein kleiner jurastudent, aber mal folgende information!

    das rechts überholen war eine ordnungswidrigkeit im sinne der StVO!

    § 240 StGB Nötiung:

    Nach § 240 StGB macht sich wegen Nötigung strafbar, wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt.

    wird mit freiheitsstraffe bis zu drei jahren oder mit geldstrafe bestraft, d.h. es handlet sich hier um ein vergehen iSd § 12 StGB, da es noch mit geldstrafe zu ahnden ist, und nicht mindestens mit einem jahr bestraft wird!
    aber keine angst da ich annehme das du nicht vorbestraft bist, und sich das ganze wohl eher ungefährlich gestaltet hat, hast du nicht viel zu erwarten! denke ich :rolleyes:

    zu der gefährdung des strassenverkehrs §315b StGB kann ich die das hier empfehlen:

    DasErste.de - Ratgeber - Ratgeber Recht


    auf jeden fall zum anwalt, die sache mit den 40 euro vergisst du wohl schnell wieder, besser ist das!

    hoffer dir etwas geholfen zu haben damit du weisst was dich erwartet!

    gruss und viel glück, wäre nett wenn du uns sagen würdest wie die sache ausgegangen ist!

    nur noch eins, eine familiäre rechtsberatung bringt dir gar nichts, da du jemand brauchts der dich vor gericht vertritt, und sowas kann allein, ich sprech wegen meiner erfahrung aus den praktikas, immer in die hose gehen!

    :prost
     
  9. c280t

    c280t

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    was soll das rumgeheule , du hast schon unterschrieben und damit den verstoss zugegeben. wenn in dem anderen auto 3 personen saßen gibt es sicherlich auch 3 zeugen die das gleiche gesehen haben , ein anwalt wäre rausgeworfenes geld.

    rechtsüberholen ist nunmal verboten, steh zu deinem fehler und ertrag es wie ein "mann" ;)
     
  10. Conan

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    vorhanden
    Stimmt nicht! EINMAL Lichthupe benutzen ist erlaubt...allerdings nicht mit 2m Entfernung zum Vordermann :D.

    Zum Thema selbst:

    Ich würde zum Rechtsanwalt gehen, auch wenn es sicher ein paar 100er kosten wird. Evtl. würde ich mir über eine Gegenanzeige Gedanken machen.
     
  11. stern

    stern

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    so wie ich das verstanden habe, geht es ja auch nicht mehr um das überholen, sondern wegen der anzeige der nötigung, siehe meine ausführung oben.....
     
  12. #12 PrinzEssin, 22.10.2004
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    Jupp, die 40€ sind mir Schnuppe. Es geht um die Nötigung.
     
  13. Olli84

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    Hi,

    das "Geständnis" lässt sich locker widerrufen, das wird Dir auch Dein Anwalt sagen. Ansonsten würde ich selbst unbedingt zu einem Anwalt greifen, aber ich habe ja auch eine Rechtsschutzversicherung.

    Man weiss nie, was die anderen (falsch) ausgesagt haben.

    MfG,
    Olli
     
  14. #14 Ghostrider, 22.10.2004
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    Schei** auf die Nötigung mit Lichthupe.
    Was kannst Du dafür, wenn da eine Bodenwelle ist und es so aussieht als ob Du aufgeblendet hast ... 8)

    Was mich stutzig macht, ist die Sache mit den 40 €uro und wasweissich nochwas.

    Das geht eigentlich nicht, zweimal angezeigt zu werden. Normal ist die "härteste" Strafe zum "härtesten" Vergehen gültig.

    "Sammeln" ist nicht ...
     
  15. stern

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    oh oh oh, die meinungen der nicht juristen, du kannst zwar nicht zweimal wegen der selben tat bestraft werden, das stimmt, aber es gibt so etwas wie tatmehrheit, §§ 50 ff. StGB, das heisst man kann durch eine tat mehrere Tatbestände erfüllen und dann wird aus den einzelstrafen eine gesamtstrafe gebildet....

    und noch mal, die ordnungswidrigkeit hat nichts mit der anzeige zu tun....

    nötigung ist ein vergehen, keine OWI!!!!!!
     
  16. #16 bathwater007, 22.10.2004
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    Hallo PrinzEssin,

    ich habe kein Jura studiert, werde es auch wahrscheinlich nie, aber wozu gibt`s denn das Internet. Nachstehenden Text habe ich gefunden:


    Autorecht- Rechtsüberholen


    Diese Regeln sollte man beachten:

    + Rechts überholen ist fast immer falsches Überholen. Falsches Überholen steht hinsichtlich der Gefahr für Leib und Leben mit an höchster Stelle.

    + Wer rechts überholt, schafft eine gesteigerte Gefahr und haftet bei einem Unfall im Zweifel schärfer als der Überholte. Auch wenn das Rechts-überholen bei mehrspurigem Verkehr ausnahmsweise erlaubt ist - wie in geschlossenen Ortschaften.

    + Rechts darf schneller als links gefahren werden, wenn sich auf beiden Fahrstreifen Schlangen gebildet haben. Dabei ist jedoch größte Sorgfalt geboten.

    + Hat sich links eine „Schlange" gebildet und ist mit höchstens 60 km/h unterwegs, so darf rechts mit höchstens 20 km/h höherem Tempo überholt werden. Die Schlange, die aus mindestens drei Autos besteht, ist dann mit größter Vorsicht zu passieren.

    + Es bleibt aber verboten, nur kurzfristig nach rechts auszuscheren, um sich später wieder in die linke Spur einzufädeln. Dies kann einen Bußgeldbescheid von 250 Mark und einen Monat Fahrverbot nach sich ziehen.

    + Rechts Überholen mit zu hoher Geschwindigkeit kann als Straßenverkehrsgefährdung strafbar sein und mit bis zu fünf (!) Jahren Gefängnis geahndet werden.

    + Straßenbahnen grundsätzlich rechts überholen. Ausnahme: Die Schienen liegen zu weit rechts. Dann herrscht in der Regel aber totales Überholverbot.

    + Blinkt ein Autofahrer links und ordnet sich auch links ein, muß er rechts überholt werden. Fehlt eine zweite Spur, muß der Überholwillige warten.

    + Wenn genügend Platz ist, dürfen Fahrrad- und Mofafahrer, etwa vor einer Ampel, an wartenden Autos rechts vorbeifahren. Mit einem solchen Verhalten sollte man insbesondere im innerstädtischen Stau rechnen und nach rechts hin genügend Sicherheitsabstand lassen. Vorsicht beim Rechtsabbiegen: Derjenige, der einen Rad- oder Mofafahrer gefährlich schneidet, kann sich einer Straßenverkehrsgefährdung schuldig machen.

    Wichtige Urteile:

    § Rechts höchstens 20 km/h mehr.

    Außerhalb geschlossener Ortschaften darf eine Autoschlange bei mehreren Fahrstreifen nur dann überholt werden, wenn diese selbst mit max. 60 km/h unterwegs ist. Eine „Schlange" ist schon dann gegeben, wenn mindestens drei Autos beteiligt sind. Selbst wenn diese den doppelten Sicherheitsabstand einhalten (Bayerisches Oberstes Landesgericht VRS 43,452).

    § Nicht zu früh nach links ziehen:

    Wer sich zu knapp wieder nach links einordnet, hat geschnitten und macht sich der Straßenverkehrsgefährdung nach § 315 c des Strafgesetzbuches strafbar (Bayerisches Oberstes landesgericht, NJW 88,273).


    § Rechtsüberholen nur Ausnahme!

    Im Interesse der Verkehrssicherheit müssen die wenigen Fälle des erlaubten Rechtsüberholens eingeschränkt und eng ausgelegt werden.(Kammergericht Berlin VRS 62,139).

    § Rechts schneller in „Vorsortierräumen"

    Wer einen durch breite Leitlinien oder Leitplanken getrennten Abzweig-Fahrstreifen befährt, darf auch auf Autobahnen rechts überholen, soweit das überholte Auto auf der durchgehenden Fahrbahn bleibt. Vorausgesetzt, er beabsichtigt, dem Abzweigstreifen auch weiterhin zu folgen (Oberlandesgericht Frankfurt am Main NJW 83,128).

    § Links langsamer geworden - rechts vorbei: Fällt der Linksfahrer mangels Motorleistung zurück, so ist dem rechts Fahrenden, der nun „überholt", kein verbotenes Rechtsüberholen vorzuwerfen. (Bayerisches Oberstes Landesgericht NJW 64,781).

    § Kolonnen rechts überholen erlaubt!

    Auch bei einem Überholverbots-Schild darf eine Kolonne unter Umständen rechts überholt werden!! Dies auch dann, wenn bei genügender Straßenbreite keine gesonderte Fahrspur besteht und die linksfahrende Kolonne den Blinker „links" gesetzt hat, um links abzubiegen. (OLG Koblenz 1 Ss 396/91).

    § Reißverschluß - kein Vorrang!

    Will sich der Rechtsüberholer vor einer Engstelle nach links im „Reißverschluß" wieder einordnen, so kann er das nicht erzwingen. Er genießt insoweit keinen Vorrang, sondern muß darauf warten, daß ihm der Linksfahrer entsprechend Raum gewährt. (AG Köln 266 C 240/85).


    Rechts-Überholen kostet:
    Besonders beliebt bei drängelnden Autofahrern ist zu dichtes Auffahren, Dauerblinken und Lichthupen. Vorsicht dabei, denn dies kann Nötigung sein, und Nötigung ist ein schweres Vergehen. Bis zu fünf Jahre Gefängnis oder eine hohe Geldstrafe können verhängt werden. Hinzu kommen können ein Fahrverbot von bis zu drei Monaten und in jedem Fall fünf Punkte in Flensburg. Nicht selten wird der Führerschein eingezogen. Auch Rechts-Überholen kostet Geld, ca. 50 Euro und es gibt drei Punkte in Flensburg.

    Allein schon Blinken gilt als Nötigung und kann den Drängler teuer zu stehen kommen (ca. 30 Tagessätze). Zeigt man seinem Vorder- oder Hintermann den Mittelfinger, ist dies eine Beleidigung und kann ebenfalls mit einer Geldstrafe geahndet werden (ca. 20-30 Tagessätze). Wenn man den Drängler bei der Polizei anzeigen will, hat dies nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn ein Zeuge im Wagen war. Außerdem sollte man den Übeltäter möglichst genau beschreiben. Angaben zum genauen Verhalten sind ebenfalls wichtig
    .


    Grüße
    Bathwater
     
  17. #17 Hubernatz, 22.10.2004
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    Hmmm, wo ist die Nötigung? Kurzes Aufblenden 200 Meter vorher dürfte wohl schwerlich als Nötigung auszulegen sein, zumal du wohl blinken wolltest und versehntlich an die Lichthupe gekommen bist...

    Das, was der Andere gemacht hat (Schliessen einer Lücke) sehe ich eher als Nötigung an. Vielleicht mal die Polizei dezent daraufhinweisen, daß du auch genötig wurdest und fragen, was du jetzt machen sollst, immerhin wurdest du angezeigt.

    Was wars eigentlich für ein Auto?
     
  18. #18 Gumballrace, 22.10.2004
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    ...seit Mai 2008 nicht mehr im Forum aktiv.

    Na die Ausrede wird wohl in Verbindung mit rechts Überholen beim Richter gut ankommen.
     
  19. Tofffl

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    Davon mal abgesehen haben wir in Deutschland eh ein komisches Rechtsverständnis... So ist es z.B. schlimmer, bei erlaubten 100 km/h auf der linken Spur mit 130 zu fahren und jemand aufzuhalten als wenn man bei erlaubten 100 kmh mit 200 durch die Gegend fährt.
    Ne gute Ausrede ist immer mal drin, einfach auch auf die Sache des LKW-Fahrers aufmerksam machen und möglicherweise selbst ne Anzeige machen...
     
  20. eggett

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    So wie ich das sehe, hat einer angerufen und das Rechtsüberholen angezeigt.

    Bei der Abhandlung dieser Straftat (über 35.-) ruft der nächste an und zeigt Nötigung an.

    Wie sieht das vor einem Richter aus? Am besten noch vor einem älterem Menschen, der den Jungspund im Geschwindigkeitsrausch sieht... :rolleyes:

    Dein Bericht sieht (entschuldige) auf den ersten Blick aus wie eine Entschuldigung für die üblichen Methoden wenn dero Gnaden die linke Spur nicht sofort frei gemacht wird.

    Lichthupe, rechts überholen..., Anzeige durch unter Umständen mehrere Autofahrer.

    Das macht keinen guten Eindruck. Besonders Anblinken aus ein paar Hundert Metern, Vorbeispülen auf der rechten Spur...

    Ohoh. Wenn man rechts mitgespült wird, dann sind die Autos und LKW ja schneller als die, die links bleiben um eben diese LKW zu überholen, oder? :rolleyes:

    Da wird leider jeder Richter ein entsprechendes Urteil fällen, da übliche Wortwahl.

    Also lieber nichts unternehmen. Wie vor schon gesagt:

    Du bist angezeigt und angehalten worden, hast mind. einen Verstoß zugegeben.

    Richter entscheiden nach Aktenlage.
    Ich glaube nicht, dass man da so einfach wieder rauskommt.

    Zumindest nicht ohne Rechtschutz... :motz:

    Meines Wissens nach ist das kurze einmalige Anblinken aus gebührender Entfernung erlaubt.
     
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