Bremsen setzen aus

Diskutiere Bremsen setzen aus im W202 / S202 Forum im Bereich C-Klasse; Moin, ich habe mir vor 2 Wochen einen Mercedes 220 CDI zugelegt. Die Maschine ist in bester Ordnung. Nun hoffe ich jemand von Euch kann mir...

  1. D.H.

    D.H.

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    Moin, ich habe mir vor 2 Wochen einen Mercedes 220 CDI zugelegt. Die Maschine ist in bester Ordnung. Nun hoffe ich jemand von Euch kann mir helfen.
    Irgendetwas stimmt mit meinen Bremsen nicht. Wenn ich losfahre und die ersten male bremse ist noch alles in Ordnung. Aber irgendwann fällt der Druck des Pedals plötzlich rapide ab und erst ca 10cm weiter unten bremst er wieder. Irgendwann geht dann auch mal sporadisch das ABS BAS Lämpchen an. Habe die Bremsflüssigkeit austauschen lassen, die Bremsen entlüften lassen-keine Änderung...
    Danke im Voraus!
     
  2. FabJo

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    Sofort eine Werkstatt aufsuchen.
    Aber bitte nicht zu ATU, usw. :D
     
  3. #3 Siggi666, 23.08.2010
    Siggi666

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    Hallo,
    klingt für mich so, als ob das Vakuum im Bremskraftverstärker "leer wird". (Ich weiß, diese Ausdrucksweise ist physikalisch falsch, aber es läßt sich so einfach besser erklären)

    Der Bremskraftverstärker (BKV) arbeitet mit Vakuum als Energiequelle.
    - Liegt genügend Vakuum an (= Unterdruck gegenüber Athmosphäre), hat man die gewohnte Bremsleistung bei gewohntem Pedalgefühl.
    - Wird das Vakuum weniger bis leer, dann wird das Pedalgefühl "hart" und die Bremsleistung schwächer (weil die Bremse dann unverstärkt ist, man kann noch mit hoher Verzögerung bremsen, muß dafür aber kräftigst treten).

    Wie sich sowas anfühlt, kann man leicht an jedem Auto -> im Stand <- testen.
    Bei STEHENDEM Motor das Bremspedal langsam mehrmals hintereinander mittelfest betätigen (nicht nur leicht, aber auch nicht treten wie ein Stier).
    Anfangs sollte es sich ganz normal anfühlen, nach einigen Betätigungen solltest Du einen deutlichen Unterschied merken, dann ist das Vakuum verbraucht. Das Pedal wird "hart" und bekommt einen ganz anderen Druckpunkt. Das ist dann das Gefühl bei unverstärkter Bremse.
    Mach bitte diesen Test und vergleiche das Pedal-Gefühl mit Deinem Fehlerbild. Fühlt es sich genauso an, dann fehlt Dir Vakuum im BKV.
    Am besten testet man das nach dem der Wagen zumindest kurz bewegt wurde oder der Motor im Stand kurz gelaufen ist, damit der BKV genügend Vakuum hat. Bei älteren Fahrzeugen kann es durchaus vorkommen, das der BKV oder die Leitungen leicht undicht sind und der BKV im Laufe von Stunden oder über Nacht Vakuum verliert. Das ist nicht bedenklich, man erkennt es daran, daß am nächsten Morgen bei getretener Bremse kurz nach dem Anlassen des Motors das Bremspedal "weicher" wird und sich bei gleicher Kraft noch ein paar Millimeter bis wenige Zentimeter treten läßt.

    Wenn das Pedalgefühl beim Auftreten des Fehlers und dem beschriebenen Test identisch ist, hast Du ein Problem in der Vakuumversorgung Deines BKVs (ich gehe nach Deiner Beschreibung stark davon aus).

    Mögliche Ursachen (auch beliebige Kombinationen sind möglich):
    - Vakuumpumpe: Im Gegensatz zu einem Benziner erzeugt bei einem Diesel der Verbrennungsmotor fast kein Vakuum (wegen fehlender Drosselklappe, die braucht ein Diesel einfach nicht). Beim Diesel wird das Vakuum üblicherweise von einer mechanischen Vakuumpumpe erzeugt. Die wird normalerweise vom Motor über die Nockenwelle angetrieben, hab neuerdings aber auch elektr. Vakuumpumpen gesehen. Diese Pumpen sind einfach aufgebaut und normalerweise sehr zuverlässig. Sie funkt. meist nach dem Prinzip einer über einen Excenter (oder Hebel) bewegten Membran und zwei Rückschlagventilen.
    Generell scheint Deine Pumpe zu funktionieren, da Du nach dem Losfahren eine ganz normale Bremsfunktion hast.
    Diese Pumpen können aber auch ganz heimtückisch kaputt gehen (Drehzahl- oder Temperaturabhängig), so daß sie bei z.B. Leerlaufdrehzahl / kaltem Motor, direkt nach dem Starten des Motors die Pumpe toll funktioniert und bei höheren Drehzahlen / Motorraum-Temperaturen nicht mehr genug fördert. Das kann man aber testen, indem man den Unterdruck-Schlauch vom Bremskraftverstärker abzieht und mit dem Daumen verschließt (besser ist ein Meßgerät, aber zum Abschätzen tut's der Daumen auch. Unabhängig vom Motordrehzahl und Motortemperatur sollte es immer kräftig zischen, wenn man den Daumen kurz löst und bei erneutem Verschließen des Schlauches mit dem Daumen sollte schnell wieder ein kräftiges Vakuum anliegen.
    - Rückschlagventile: Im Unterdruckstrang des Fahrzeugs sind - je nach Modell - null bis mehrere Rückschalgventile verbaut. Diese können - ähnlich wie die Vakuumpumpe - auch abhängig von Vibrationen oder Temperatur defekt sein.
    - Unterdruckschläuche: Die können undicht werden. Normalerweise sind die aber entweder undicht oder nicht. Bei laufendem Motor sollte die Vakuumpumpe genug leisten um kleine Undichtigkeiten auszugleichen. Bei Dir ist eine große Leckage unwahrscheinlich, da anfangs ja alles normal ist.
    - Bremskraftverstärker: Auch der kann defekt sein, halte ich aber für unwahrscheinlich, den die Dinger sind entweder kaputt oder gut. Anfangs gut, nach ein paar Bremsungen defekt ist hier schwer denkbar (ist ein wahnsinnig komplexes Ding, so ein BKV, aber unglaublich robust). Wie schon erwähnt, eine leichte Leckage über Zeit ist nicht bedenklich (Verlust des kompl. Vakuums innerhalb einer halben Stunde ist zwar unschön, aber immer noch nicht bedenklich).
    - Andere Komponenten am Vakuumnetz: Üblicherweise verbaut der Hersteller nur eine Vakuumpumpe für alle Bauteile, die Vakuum benötigen (Ausnahme: Vakuum betriebene Zentralverriegelung. Die hat immer eine gesonderte Pumpe). Mir fällt beim Diesel jetzt spontan kein anderer Vakuum betriebener Verbraucher ein. Vieleicht weiß jemand anderes mehr. Normalerweise sollten die Zuleitungen zu diesen anderen Verbrauchern über ein Rückschlagventil abgesichert sein, so daß bei einem Leck dieser Verbraucher das Vakuum des BKV nicht betroffen sein sollte. Aber es hat auch schon Lecks und defekte Rüchschlagventile gleichzeitig gegeben....



    Bitte, ganz wichtig:
    1. fahre nicht mehr mit dem Auto, bis das Problem behoben ist! Auch keine kleinen Strecken mehr!
    2. Wenn Du Dir nicht sicher bist, hole Dir KOMPETENTE Hilfe. Wenn Du keine technisch versierte Person kennst, die Dir helfen kann oder die Ergebnisse der beschriebenen Tests nicht deuten kannst, dann bringe Dein Auto VORSICHTIG zu einer Fachwerkstatt (noch besser ist, abholen lassen). Es muß nicht unbedingt ein MB-Händler sein, aber die Tankstelle oder der Reifenhändler sind auch nicht die Adressen der ersten Wahl (obwohl ich in Einzelfällen auch dort Mechaniker getroffen habe, die so richtig fit waren).
    3. Ein BKV mit Bremsassistent (BAS) hat einen Vakuumsensor, der bei Unterschreiten einer kritischen Schwelle den Bremsassistent abschaltet und einen Fehler in das Steuergerät einträgt. Damit brennt dann auch die Warnleuchte. Eine Warnleuchte ist eine Warnleuchte ist eine Warnleuchte! In Deiner Betriebsanleitung steht, Du mußt beim Aufleuchten einer Warnleuchte in die Werkstatt fahren. Wenn Du auch beim wiederholten Aufleuchten einer Warnleuchte und zusätzlich noch bei seltsamen Verhalten Deiner Bremse nicht zur Werkstatt fährst, dann ist das grob fahrlässig!
    4. Nimm Punkt 1 "fahre nicht, bis das Problem behoben ist" ernst! Wenn Dir - was keiner wünscht - ein Unfall passiert (auch unverschuldet), wird Deine und die gegnerische Versicherung versuchen, möglichst billig aus der Sache herauszukommen. Also, was machen die? Ab einer gewissen Schadenssumme, bei Personenschäden sowieso, wird ein Gutachter bestellt. Wenn der nun feststellt, das Du wissendlich mit defekten Bremsen unterwegs warst (mögl. Quelle: Fehlerspeicher, Befragung Deiner Kollegen/Freunde, Recherche in z.B. diesem Forum), werden sie Dir bei einem unverschuldeten Unfall eine erhebliche Mitschuld zuweisen oder bei verschuldetem Unfall die Leistung von Dir zurückfordern, da Du ja bewiesen fahrlässig am Straßenverkehr teilgenommen hast. Bei Personenschäden kommt hier noch die Gerichtsverhandlung wegen Körperverletzung, evtl. sogar fahrlässiger Tötung hinzu. Ich bin mir sicher, das Du das nicht willst!
    5. Halt uns bitte auf dem Laufenden, was es war.


    Also, tu was gegen Dein Problem.
    Laß die Karre stehen, bis das Problem behoben ist.
    Wo wohnst Du? Ich bin techn. versiert, kenne mich mit Bremsen aus und könnte bei Gelegenheit mal vorbeischauen, wenn es nicht zu weit ist...

    So, jetzt schreib ich schon über 2 Stunden dran rum, ich muß jetzt mal zu meiner Frau, sonst gibt's wieder Mecker.

    Beste Grüße
    Siggi



    Sonne macht albern!
     
  4. Skye

    Skye

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    Hi,

    ja..Druckspeicher BKV und / oder eine Leitung dahin defekt. Sichtprüfung oder die von Siggi beschriebene durchführen. Dann bist schlauer..
    Einen neuen BKV kannst vom Schrott holen, normal halten die ewig..

    Gruß Sven
     
  5. D.H.

    D.H.

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    Hallo, erst mal danke für diese ausführliche Antwort!!! Bin aber leider immer noch nicht so wirklich weiter...
    Laut werkstatt ist höchstwahrscheinlich der Hauptbremszylinder im Eimer. Die meinten, dass bei unsachgemäßen Entlüften Schmutz in den Zylinder kam, was ihn dann beschädigt hat. Der Austausch ging bisher noch nicht von statten, da es ein riesen Akt war, den richtigen HBZ zu bekommen (genau das Model 220CDI BJ 2000 hat einen besonderen HBZ).
    Hoffe er kommt jetzt bald- gebe dann wieder Bescheid. Nochmal danke!
     
  6. FabJo

    FabJo

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    Und in welcher Werkstatt warst du?
    Garantiert nicht in einer MB- Niederlassung.
    Dort hat man gewöhnlich sowas auf Lager.
    Es ist von dir unverantwortlich mit so einem verkehrsunsicheren Auto weiter zu fahren.
     
  7. #7 Siggi666, 02.09.2010
    Siggi666

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    Hi,
    also ich halte die Aussage mit dem Schmutz im Hauptbremszylinder für unqualifiziert.
    Was hat die Werkstatt für Tests gemacht?
    So ein Hauptbremszylinder ist seit den 50er Jahren gängige Technik und noch viel robuster als ein Bremskraftverstärker.
    Wenn so ein Ding kaputt geht, dann werden meißt die Manschetten im Zylinder hart und dichten nicht mehr gut ab. Das merkst Du daran, daß bei plötzlicher, kräftiger Bremsung alles o.k. ist, aber wenn Du z.B. an der Ampel stehst und nur leicht auf dem Pedal bist, es langsam nach unten durchwandert. Das passiert aber normalerweise erst bei Autos, die weit älter als 20 Jahre sind.
    Das der Hauptbremszylinder was abbekommen hat ist unwahrscheinlich, weil:
    Erstens hat der Vorratbehälter an der Einfüllöffnung ein Sieb. Das soll verhindern, das zu große Partikel reinkommen, die die Manschetten im Zylinder beschädigen können.
    Zweitens gehe ich nicht davon aus, das Du eine Hand voll Sand/ Staub / Salz / Zucker oder Dreck jeglicher Art beim Wechsel der Bremsflüssigkeit rein getan hast. Wichtig ist, nur neue, saubere Bremsflüssigkeit aus einem frisch geöffneten Behälter aufzufüllen. Wenn Du das beherzigt hast, sollte dem Hauptbremszylinder nichts passiert sein.
    Dafür spricht auch, daß - nach Deiner Fehler-Beschreibung - zu Beginn der Fahrt alles in Ordnung ist.

    Warum nimmt man Bremsflüssgkeit - und NUR Brensflüssigkeit - für ein Bremssystem?
    In einem Bremssystem werden Kräfte über ein flüssiges Medium übertragen.
    Wasser wäre dafür doof, weil es bei Minusgraden friert, ausserdem kann es Korrosion im Bremssystem (z.B. in Leitungen, Zylindern oder im ABS-Gerät) auslösen.
    Öl ist auch doof, denn es wird bei kalten Temperaturen ziemlich dickflüssig. Wenn Feuchtigkeit (Wasser) ins Bremssytem eindring (läßt sich leider nicht zuverlässig verhindern), bilden sich Wassertropfen im Öl, die wieder frieren können und/oder Korrosion auslösen können.
    Bremsflüssigkeit basiert auf einer besonderen Art von Glucose, das ist ein flüssiger Zucker, der auch bis unterhalb -40°C nicht einfriert und - ins Bremssystem eingetragenes Wasser - binden kann. Damit kann eingetragenes Wasser keine Eisklumpen in der Flüssigkeit bilden und auch keine Korrosion mehr verursachen. Hier ist nur doof, daß Bremsflüssigkeit sich nicht mit Öl mischen läßt und das sie bei Kontakt mit Wasser in ihren Eigenschaften schlechter wird (altert), siehe unten.

    Warum muß ich die Bremsflüssigkeit dann regelmäßig wechseln, wenn es die perfekte Lösung ist?
    Wenn ich vollbeladen und mit Anhänger z.B. den Großglockner herunterfahre, muß ich sehr viel bremsen. Also werden die Bremsen sehr warm. Auch die Bremsflüssigkeit wird warm. Frische Bremsflüssigkeit siedet (kocht) bei etwa 280°C. Wenn die Flüssigkeit siedet, dann bilden sich Gasblasen in der Flüssigkeit (wie in einem Kochtopf). Wenn aber Gasblasen im Bremssystem sind, kann die Mischung aus Flüssigkeit und Gasblasen die Bremskräfte vom Bremspedal zu den Bremsen nicht mehr gut übertragen. Die Bremsleistung sinkt oder fällt sogar ganz aus. Das wäre doof.
    Bremsflüssigkeit kann nicht nur Wasser binden, nein, sie zieht auch Wasser an (hydroskopisch). Das heißt, im Lauf der Zeit, zieht die Bremsflüssigkeit immer mehr Wasser aus der Umgebung (z.B. Luftfeuchtigkeit) an und "verdünnt" sich damit. Blöderweise sinkt damit auch der Siedepunkt bei alter, wasserhaltiger Bremsflüssigkeit in den Bereich von unter 180°C. Das heißt, wenn ich alte Bremsflüssigkeit habe und die Bremsen wirklich brauche, können sie weit schneller ausfallen als mit frischer Bremsflüssigkeit. Deshalb sollte alle 2 Jahre die Flüssigkeit gewechselt oder geprüft werden.


    Ganz wichtig beim Arbeiten an Bremsen ist:
    Saubere Finger, sauberes Werkzeug und saubere Lappen! Nie mit Fettfinger, öligem Werkzeug oder speckigen, fusselnden Lappen arbeiten. Das komplette Bremssystem kann mit Fett / Öl / Wasser / Staub / Dreck beschädigt werden!
    IMMER die passende Bremsflüssigkeit nehmen. Bremsflüssigkeit basiert auf einer Glucoseart (= flüssiger Zucker, aber gesundheitsschädlich) oder in ganz seltenen Fällen auf Silikonbasis (z.B. Rennsport). Die beiden Sorten lassen sich aber nicht problemlos mischen. Also immer die vorgeschriebene Flüssigkeit nehmen und von "Tuningversuchen" absehen.
    IMMER frische Bremsflüssigkeit nehme. Der seit mehrehen Monaten offene Behälter von dem Kumpel gehört entsorgt. Auch NIEMALS bereits abgelassene Flüssigkeit wieder einfüllen.
    NIEMALS irgendwelche Schläuche, Behälter, Deckel, Zylinder oder sonst ein Teil der Bremsanlage mit Wasser/Spüli abwischen, spülen oder reinigen!!!
    NIEMALS irgendwelche Schläuche, Behälter, Deckel, Zylinder oder sonst ein Teil der Bremsanlage mit Mineralöl-haltigen Flüssigkeiten abwischen, spülen oder reinigen!!!
    Bremsenreiniger in Sprühdosen ist NUR zum Entfernen der Rostschutz-Ölschicht auf NEUEN Bremsscheiben oder Bremstrommeln gedacht. So ein Bremsenreiniger enthält mineralische Lösungsmittel und gehört damit NICHT auf die Gummi-Dichtungen, -Manschetten und Plastikteile des Bremssystems, weil er diese schädigt.

    Warum ist das so wichtig?
    Es gibt - chemisch gesehen - nur 2 Sorten von Kunststoffen (Gummis, Dichtungen, Manschetten, Plastikteile, etc.).
    Die erste Sorte ist Mineralöl-resistent, ist aber nicht Bremsflüssigkeits-fest. Kommt diese mit Bremsflüssigkeit in Kontakt, fangen die Teile an, ihre Eigenschaften zu verändern. Sie quellen auf, werden weich oder spröde, werden undicht oder zerfallen sogar. Diese Sorte von Kunststoffen hat in einem Bremssystem also nicht zu suchen. Daher bitte auch Vorsicht, wenn einzelne Dichtringe (O-Ringe, z.B. am Vorratsbehälter) getauscht werden sollen. Der billige Satz O-Ringe aus dem Baumarkt oder Sanitärbedarf ist bestimmt nicht geegnet!
    Die andere Sorte ist Bremsflüssigkeits-resistent, ist aber nicht Mineralöl-fest. Kommt diese Sorte mit Mineral-Öl, -Fett oder -Lösungsmitteln in Kontakt, können auch diese Teile anfangen, ihre Eigenschaften zu verändern. Auch diese quellen dann auf, werden weich oder hart, werden undicht oder zerfallen auch. Daher bitte niemals auf die Idee kommen, Bremsenteile in Nitro-Verdünnung, Petroleum, Benzin, Pinselreiniger, Bremsenreiniger (s.o.), Wasser, Spüli oder ähnliches auszuwaschen. Solche Teile wäscht man nur mit einem guten Pinsel in Bremsflüssigkeit aus. Den Pinsel bitte vorher mit Bremsflüssigkeit testen. Löst er sich nach einigen Stunden auf, war es kein geeigneter Pinsel.
    Es gibt einige seltene Kunststoffzusammensetzungen, die gleichzeitig Öl- und Glucose-fest sind, die eignen sich aber wegen anderer Eigenschaften meist nicht für Bremssysteme.

    So, hab jetzt schon wieder viel zu lang geschrieben, muß jetzt ins Bett, zur Frau, sondt gibt's Mecker.

    Sonne macht albern, Regen macht naß
    Siggi
     
  8. D.H.

    D.H.

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    Genau so, wie Du es beschrieben hast, passiert es...offensichtlich war meine Beschreibung nicht genau genug. Es ist tatsächlich so, dass der Bremsdruck nur beim langsamen bremsen nachlässt. Wenn ich schnell bremsen muss, ist die Bremswirkung sofort da.

    Das Problem war, kurz bevor ich das Auto gekauft habe, wurden Bremsleitungen erneuert.Das heisst beim ersten Entlüften war ich gar nicht dabei und weiss auch nicht, wo und wie das gemacht wurde. Der Verkäufer hat mich auf das Problem hingewiesen-daher bekam ich das Auto um einiges günstiger.

    Mein Mechaniker erklärte mir es folgendermassen (nagelt mich bitte nicht fest, falls ich jetzt etwas durcheinander bringe- habe nicht viel Ahnung von Autos)

    Nach dem Wechsel der Bremsleitungen (oder Bremsschläuche) wurde logischerweise neue Bremsflüssigkeit nachgefüllt und entlüftet. Im Bremszylinder selbst bewegt sich der Kolben nicht im gesamten Raum, sondern nur in einem kleineren Bereich, der absolut sauber ist. Wenn jetzt die Bremse entlüftet wurde, und die Bremse zu stark durchgetreten wurde, wäre es möglich, dass der Kolben zu weit hoch/runter ging und dort Schmutzablagerungen in den sauberen Raum hineingezogen hat, was dann wiederum zu minimalen Beschädigungen an der Dichtung führen kann. So ungefähr habe ich es verstanden.



    @FabJo Ich bin lediglich mit meinem Auto in die Werkstatt gefahren- Kurve zur Zeit mit dem Auto meiner Frau durch die Gegend.
    -habe regelmässig meinen Sohn dabei, da werde ich gewiss kein Risiko eingehen!
     
  9. #9 DerZombie, 03.09.2010
    DerZombie

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  10. D.H.

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    Weiss ja nicht, wo der vorher war... Vieleicht wurden die Manchetten durch welche Ursache auch immer auch jetzt schon hart. Ich denke, wenn wenn der neue Zylinder eingebaut wird, sehen die sich den alten mal etwas genauer an-bin mal gespannt...
     
  11. D.H.

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    So, neuer Zylinder ist drin-funktioniert wieder alles bestens. Habe anschliessend den alten aufgesägt-Dichtungen waren noch ganz weich, habe aber einige kleine Sandkörnchen gefunden, das scheint schon gereicht zu haben...
     
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