Dreist, dreister, Daimler

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  1. #1 Michaelius, 03.10.2017
    Michaelius

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    Hallo zusammen!

    Ich bin neu hier im Forum (Danke für die Aufnahme!) und werde das auch nur für einen befristeten Zeitraum sein, nämlich bis zum Vertragende der aktuellen MB-Finanzierung. Weshalb möchte ich erklären:

    Ich bin mit dem geschäftlichen Erwerb eines E 200 T-Modells über die Niederlassung Dortmund neuer Kunde des Hauses Daimler geworden. Bislang habe ich meine Fahrzeuge stets von Audi erworben und habe mich dort sehr gut aufgehoben gefühlt. Der Service von Audi war immer serviceorientiert und kundenfreundlich. Die neue E-Klasse hat mir so gut zugesagt, dass ich diesmal einen Wechsel gewagt habe.

    Meine Erfahrungen, die ich mit den Daimler Niederlassungen Wuppertal und insbesondere Dortmund (jeweils MVP GmbH) gemacht habe, lassen mich mit Verlaub erheblich an die Seriosität von Daimler zweifeln.

    Zunächst habe ich das Fahrzeug, das auf der Internetseite „mercedes-benz.de“ mit einem Finanzierungsangebot zu einem Effektivzinssatz in Höhe von 3,99 Prozent beworben wurde, am 10.04.2017 in der Niederlassung Wuppertal erwerben wollen. Nach einem mehr als dreistündigen Gespräch mit einem Verkäufer des Hauses stellte sich heraus, dass man das Fahrzeug nur zu einem Effektivzins von 5,49 Prozent finanzieren würde. Auf das Angebot angesprochen antwortete der Verkäufer lediglich, dass dies ein Fehler sei und ich sinngemäß den Kauf auch sein lassen könne, wenn ich mir das Fahrzeug nicht leisten könne. Auf meinen Druck hin versprach er mir immerhin, die Sachlage mit seinem Vorgesetzten klären zu wollen, - die versprochene Rückmeldung blieb aber aus.

    Daraufhin habe ich das Fahrzeug in der Niederlassung Dortmund mit Bestellung vom 13.04.2017 erworben. Der zuständige Verkäufer sicherte mir hier zu, das Fahrzeug in 14 Tagen ausliefern zu wollen. Als ich nach 14 Tagen aber noch keine Annahmebestätigung erhalten habe, habe ich zwecks Planungssicherheit beim Mitarbeiter des Autohauses nachgefragt, ob er mir denn schon zumindest die Annahme meiner Bestellung bestätigen könne, von ihm aber keine Auskunft erhalten. Die Bestätigung erfolgte erst mit Schreiben vom 11.05.2017. Auch wurden mir entgegen der ursprünglichen Zusicherung ständig neue Termine zur Auslieferung genannt. Von der Fahrzeugübergabe habe ich erst verbindlich am Nachmittag des gleichen Tages der Auslieferung(!) erfahren, nämlich am 24.05.2017. Auch sollte ich zu meiner Überraschung noch am gleichen Tage spontan eine Anzahlung in Höhe von EUR 11.000,00 leisten, worüber ich nicht rechtzeitig aufgeklärt wurde. Natürlich war die Vereinbarung grundsätzlich vereinbart, aber ohne Kontonummer und Termin habe ich diese nicht leisten können. Details wurden mir tatsächlich ziemlich spontan mitgeteilt. Der Kauf war ingesamt von der Niederlassung Dortmund semi-professionell organisiert. Die Probleme haben hier aber erst richtig angefangen.

    Der Wagen wurde mir wie geschildert sehr kurzfristig und hektisch im Showroom der Niederlassung übergeben. Mängel habe ich trotz sorgfältiger Sichtprüfung vor Ort nicht feststellen können. Aber bereits auf dem Nachhauseweg hat sich im Fensterbereich ein intensiv störendes Geräusch beim Überfahren von Bodenschwellen bemerkbar gemacht sowie ich auch bei meiner Ankunft zu Hause zusammen mit einem Nachbarn eine leichte Delle im hinteren Stoßfänger feststellen musste. Beim genaueren Hinsehen war auch zu sehen, dass der Abstand des Stoßfängers zur Karosserie links anders als rechts ist.

    Entsprechend habe ich am Tag darauf den Verkäufer telefonisch darüber in Kenntnis gesetzt, dass einige Mängel zu reklamieren seien. Er verwies mich an den Service der Niederlassung, mit dem ich am 26.05.2017 telefonisch einen Termin für den 30.05.2017 vereinbart habe.

    Hier habe ich mit einem Servicetechniker eine Probefahrt durchgeführt, bei der die Geräuschentwicklung aufgrund der benutzten Fahrbahn sowie der Hitze an diesem Tag und der damit verbundenen Ausdehnung der betroffenen Bauteile nicht deutlich zu hören war. Der Servicemitarbeiter stellte seine Bemühungen deshalb ein und verwies darauf, dass eine Probefahrt von mehr als 30 Minuten kostenpflichtig sei. Hier hat sich der Servicemitarbeiter auch die Delle im Stoßfänger angeschaut. Er teilte mir mit, dass die Delle geringfügig sei und er deshalb von einer Reparatur abraten würde. Dies habe ich erst einmal so stehen lassen.

    Zwei Tage später habe ich dem Verkäufer telefonisch sowie noch einmal am 03.06.2017 per Email folgerichtig die Mängel erneut reklamiert. Zu dem Zeitpunkt war ich insbesondere wegen des Stoßfängers und der Geräuschentwicklung im Fahrzeug soweit irritiert, das sich mich gefragt habe, ob es sich bei dem Fahrzeug nicht um ein Unfallfahrzeug handeln könnte. Ich habe deshalb das Autohaus per Email gebeten, mir schriftlich die Unfallfreiheit des Fahrzeugs zu bestätigen. Das wurde aber abgelehnt.

    Der Verkäufer sicherte mir aber zu, sich insbesondere die Delle noch einmal persönlich ansehen zu wollen und sich deshalb bei mir zu melden. Eine Rückmeldung ist aber ausgeblieben, so dass ich mit Schreiben vom 16.06.2017 die Niederlassung dazu aufgefordert habe, sämtliche Mängel, - inzwischen waren weitere hinzugekommen -, bis spätestens zum 30.06.2017 im Rahmen der Nachbesserung zu beheben.

    Am 04. und 05.07.2017 wurde das Fahrzeug erneut geprüft. Hinsichtlich der Delle verwies man mich an die Lackierei der Niederlassung (in einem anderen Stadtteil). Obwohl man mit dem Fahrzeug fast 50 Kilometer zur Probe gefahren ist und sich das Radio passend eingestellt hat, hat man nicht den entsprechenden Kundenservice aufbringen können, die Beschädigung im Stoßfänger im eigenen Hause selber vorzuführen. Hinsichtlich der anderen Mängel hat man die Beseitigung bis zu diesem Zeitpunkt entweder nicht behoben oder sich diesen nicht annehmen wollen.

    Am 06.07.2017 bin ich schließlich in der Lackierei vorstellig geworden. Erst dort hat man die Delle im Stoßfänger richtig eingeschätzt und mich darauf hingewiesen, dass diese aufgrund eines stärkeren Aufpralls entstanden sei und der Stoßfänger ausgetauscht werden müsse. Nun behauptete aber der Verkaufsleiter der Niederlassung lapidar, der Schaden sei bei Gefahrenübergang nicht vorhanden gewesen, ich sei schließlich mit dem Mangel in der Lackierei erst am 06.07.2017 vorstellig geworden. Das ist eine unfassbare Impertinenz. Ob das Autohaus bereits bei Übergabe des Fahrzeugs Kenntnis von dem Schaden hatte und damit eine Straftat vorliegt, kann nur vermutet werden. Hierüber kann und werde ich mir deshalb kein Urteil bilden.

    Inzwischen ist zumindest der Mangel hinsichtlich der Fenstergeräusche behoben, aber die Mangelbeseitigung der anderen Mängel verfolge ich bis heute. Die Beschädigung im hinteren Stoßfänger habe ich zwischenzeitlich nun von einer anderen autorisierten Mercedes Benz Werkstatt beseitigen lassen.

    Einen weiteren Vorfall möchte ich ebenfalls nicht unerwähnt lassen. Bei Bestellung des Fahrzeugs hat mir der Verkäufer Winterreifen zu einem Angebotspreis in Höhe von EUR 800,00 zugesichert. Auf spätere Nachfrage war das Angebot aber nicht möglich. Er bot mir die Reifen nun zu einem Preis in Höhe von EUR 1.250,00 am, das ich, obwohl ich darüber verstimmt war, angenommen habe. Allerdings wurden mir die Reifen trotz mehrfacher Nachfragen weder ausgeliefert noch eine Auslieferung in Aussicht gestellt. Im Gegenteil, ich erhielt lediglich eine Rechnung zu einem höheren Verkaufspreis als vereinbart und folgend darauf eine Mahnung von der Niederlassung, der ich folgerichtig widersprochen habe. Unbeeindruckt von meinem Widerspruch hat man mir nun eine letzte Mahnung ohne Substanz zugestellt. Unfassbar.

    Ich habe wegen der Vorfälle Beschwerde bei der Daimler-Hauptverwaltung in Stuttgart eingereicht. Ich habe aber zur Kenntnis nehmen müssen, dass sich die zuständige Mitarbeiterin, die behauptet hat, unmittelbar dem Vorstand unterstellt zu sein, mit meinem Schreiben überhaupt nicht richtig auseinandergesetzt zu haben. Auch habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass Daimler das Verhalten seiner Niederlassungen in Wuppertal und insbesondere Dortmund, das ich wie auch Dritte nicht als seriös empfinden, tolerieren und rechtfertigen. Auch sie behauptete, dass mir der Wagen einwandfrei ohne Mängel übergeben worden wäre. Ehrlicher wäre gewesen, dass man den Mangel durchaus optisch hat übersehen können, mangels Verbraucherschutz aber nichts tun könne. Aber einfach etwas zu behaupten, was man garnicht nicht behaupten kann, zeigt wie verlogen Daimler vorgeht.

    Darüber hinaus habe ich auch zur Kenntnis genommen, mit welcher Arroganz und mit welchen fragwürdigen Methoden Daimler-Kunden behandelt werden.

    Ich habe mir als langjähriger Audi A6-Fahrer mit dem Wechsel zu Mercedes Benz erhofft, mich leicht zu verbessern. Aber die ganzen Mängel haben mich gefühlt einen Personenkraftwagen der ehemaligen DDR-Marke Trabant fahren lassen. Auch der Service drumherum ist, um es gelinde auszudrücken, unfassbar asozial.

    Ich muss gestehen, inzwischen bitterlich zu bereuen, Daimler-Kunde geworden und Audi nicht treu geblieben zu sein. Mercedes Benz hat mir ein Neufahrzeug übergeben, was mir zwar grundsätzlich gut gefällt, aufgrund der Mängel qualitativ schlecht ist und vermutlich bereits einen Unfallschaden hat. Meine Verärgerung und meine Enttäuschung über Daimler sind grenzenlos. So etwas habe ich in den letzten 27 Jahren bei Audi noch nicht erlebt. Daimler hat mich definitiv wieder als Kunden verloren.
     
  2. hotw

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    So ist das halt! Ich hab auch gewechselt... Das Problem ist nicht Daimler sondern unsere aktuelle Kultur. Der Kudne will gar kein gutes Auto, weil er es eh nicht kauft. Deshalb, sei froh, dass Du die Gurke nicht gekauft hast, Du kannst ja auch immer noch die raten einbehalten udn so den Druck erhöhen. Ich kaufe auch kein Alltags-Auto mehr! Und schaue vorher immer, wer mir die Gurke reparieren kann...
     
  3. dimm25

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    An der Stelle wollte ich nachfragen, ob es wirklich eine Niederlassung ist oder doch ein Vertragshändler? Soweit es mir bekannt ist, tauchen bei Niederlassungen keine MVP GmbH auf. Es macht schon einen Unterschied, ob es ein Teil von Daimlerkonzern ist oder doch eine eigenständige Firma. Bei meiner Stamm-Niederlassung habe ich noch nie solch ein Verhalten erlebt. Deswegen halte ich die Pauschale Aussagen, dass Daimler sich so verhalte, nicht ganz richtig. Eine offizielle Beschwerde müsste man nicht bei der Hauptverwaltung in Stuttgart, sondern bei der Kundendienstzentrale in Maastricht einreichen.
     
  4. #4 hijacker123, 03.10.2017
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    Die MVP GmbH (Mercedes-Benz Vertrieb Pkw GmbH) ist einfach nur eine Tochter der Daimler AG, zu der die Niederlassungen gehören.
     
  5. C240T

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    @ Dimm:
    Naja, da Daimler ja einen Teil seiner Niederlassungen in Deutschland verkauft hat, ist diese Differenzierung inzwischen nicht mehr so klar.

    Dass Verkäufer, egal bei welcher Marke, so ziemlich das letzte sind, ist für mich nichts Neues. Sobald eine Krawatte dran ist, gibt's bei mir alles nur schriftlich.

    Ich würde eher sagen, dass bei kleineren Händlern in privater Hand der Service erheblich besser ist, da hier noch eine Geschäftsführung mit Kundeninteresse im Hintergrund steht.
    Was Daimler damit zu tun hat weiß ich nicht. Du hast ein Problem mit dem Händler und nicht mit Daimler würde ich sagen...oder hast Du den Kaufvertrag mit Daimler geschlossen?
    Der einzig qualitative Mangel, nämlich das Knarzen im Fensterheber, wurde doch anstandslos beseitigt.

    Für mich klingt das schlicht nach einem grottigen Verkäufer und Service. Warum wurden beispielsweise die Winterräder nicht schriftlich im Kaufvertrag festgehalten?
    Da bist Du doch im Grunde selbst mit schuld?
    Auch bei der Beschädigung ist das so eine Sache... der Händler kann sich im Grunde darauf berufen dass er das Fahrzeug mangelfrei übergeben hat...Du hast den Schaden doch auch nicht gesehen.
    Vlt. ist dir auch einer beim ersten Abstellen unbemerkt draufgefahren?
    Natürlich alles spekulativ, aber hier steht quasi Aussage gegen Aussage.. wobei Du hier die schlechteren Karten hast, denn Du hast das Fahrzeug so abgenommen.
    Auch wenn ich das beschriebene Verhalten indiskutabel finde, so kann ich doch verstehen, dass man wenig Interesse hat sich hier kulant zu zeigen.

    Solche Themen hatte ich auch schon, allerdings als Vermieter, nicht am KFZ... mehr als ärgerlich.
    Mit dem Produkt hat es aber für mich wenig zu tun.
    Wenn Dir irgendeine Tipse in UT, die angeblich unter dem Vorstand steht (das tut quasi jeder Daimler-MA) dann einen dämlichen Brief zurückschickt, statt dich ans CAC zu verweisen, ist natürlich der falsche Weg.
     
    Andy 62 gefällt das.
  6. #6 Michaelius, 03.10.2017
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    In den Schreiben steht jeweils "Daimler AG vertreten durch MVP GmbH". Meiner Kenntnis nach ist also die Daimler AG zuständig.

    Naja, anstandslos wurde das intensiv störende Geräusch im Fensterbereich nicht behoben, sondern erst beim dritten Versuch nach Fristsetzung hat man mich hier ernst genommen. Bleiben aber noch die restlichen Mängel.

    Na klar steht Aussage gegen Aussage hinsichtlich der Stoßstange, aber monatelang das Thema verschieben und dann behaupten, ich sei damit zu spät gekommen, ist ziemlich dreist.

    In einer kleinen autorisierten MB Werkstatt, bei der ich den Stoßfänger nun auf eigene Initiative reparieren lassen habe, habe ich tatsächlich einen besseren Service erlebt. Aber das schmälert leider meinen Ärger nicht. Um den Stoßfänger alleine geht es mir aber auch nicht, sondern um mein komplettes Erlebnis in beiden Niederlassungen. Das ist meiner Empfindung nach nicht seriös..

    Auch die Winterreifen sind mir nicht wichtig. Mir aber trotz mehreren Anfragen meinerseits keine Auskunft darüber zu erteilen und mir ohne Gegenleistung eine Rechnung zu stellen sowie diese auch noch trotz Widerspruch weiter frech anzumahnen, ist nicht die feine englische Art.
     
  7. #7 Kühltaxi, 27.06.2020
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    Ich würde das als Pech werten, hatte selbst mit Daimler und zugehörigen Freundlichen bisher überwiegend gute Erfahrungen. Wirklich grottenschlecht fand ich nur Opel, der hiesige unfreundlich bis unverschämt, die anderen auch nicht besonders kompetent, ein Zafira A von 2005 gehört nach Auffassung derer auch eher auf den Schrottplatz als auf die Straße, egal wie der Zustand ist. Da ist Daimler ganz anders, da spürt man fast schon "Liebe" zu den eigenen Altprodukten, alleine die Tatsache daß es ein MBGTC gibt spricht ja schon Bände.
     
  8. #8 conny-r, 27.06.2020
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    Das Problem ist nicht Daimler sondern die Niederlassung in welcher das Geschäft abgewickelt wurde.
     
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