M102.945(/6?) Pierburg 2EE Leerlaufprobleme.

Diskutiere M102.945(/6?) Pierburg 2EE Leerlaufprobleme. im Oldtimer Forum im Bereich Mercedes-Fahrzeuge; Hallo liebe Mercedes Gemeinde, ich bin auf Empfehlung hier bei euch gelandet und wende mich hier an die Profis um hoffentlich dem Mysterium um...

  1. #1 Winslow, 13.03.2021
    Winslow

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    Hallo liebe Mercedes Gemeinde,

    ich bin auf Empfehlung hier bei euch gelandet und wende mich hier an die Profis um hoffentlich dem Mysterium um meine Leerlaufprobleme ein Ende zu bereiten.

    Zur Info, ich bin 27 Jahre alt und arbeite als Ingenieur und programmiere Steuergeräte für Daimler Special Trucks. Somit kenne ich mich einigermaßen mit Fahrzeugelektrik aus, aber ich bin kein Mechatroniker o.ä. Ich schraube gerne hobbymäßig an Autos und mein bisheriges Wissen um die "alte Technik" rund um Vergaser habe ich mir über die letzten 2 Jahre angeeignet.

    Fahrzeugdaten:
    Mercedes T1 310 (ehemaliges Behördenfahrzeug der Feuerwehr)
    BJ 1994
    35.000km
    M102.945 (laut Xentry) oder M102.946 (laut Wikipedia)
    elektrischer Pierburg 2EE Vergaser (A0020704404)
    77kW / 105PS

    Kurzbeschreibung Problem:
    Fahrzeug fährt anstandlos. Plötzlich beginnt er von einem Moment auf den anderen sehr unruhig zu laufen (im Leerlauf) und geht an jeder Ampel aus, bzw. wenn man mal die Kupplung tritt und die Drehzahl absackt. Es hört sich für mich nach einem elektrischen Fehler an, eine plötzlich auftretende falsche Regelung. Weiter unten beschreibe ich das Problem detailierter und gehe auf die Reperaturhistorie ein.

    Reperaturhistorie:
    Ecotronik Motorsteuergerät NEU
    Drosselklappenansteller/Stellglied NEU
    Drosselklappenpotentiometer NEU
    Vordrosselsteller NEU
    Vergaserflansch und Dichtungen NEU
    Lambdasonde NEU
    Benzinpumpe NEU
    Zündkerzen NEU
    Luftfilter NEU
    Temperatursensoren am Motorblock NEU
    Zündspule TESTWEISE GETAUSCHT
    Zündleitungen i.O. (durchgemessen)
    Zündsteuergerät TESTWEISE GETAUSCHT (ähnliche Teilenummer aber nicht identisch)
    Signalgeber an Zündsteuergerät TESTWEISE GETAUSCHT
    Verteilerkappe und /-finger NEU und TESTWEISE GETAUSCHT (Bosch und Beru)
    ÜSR NEU
    Unterdruckschläuche i.O. (geprüft)
    Spritleitungen i.O. (geprüft)
    Nockenwelle i.O. (Sichtprüfung)
    Katalysator LEER (leicht verbrannt --> testweise entleert bis neuer KAT)

    Detailierte Problembeschreibung
    Der Wagen läuft seit ein bis zwei Jahren immer mal wieder für eine Zeit sehr unruhig im Leerlauf und geht bei der Fahrt beim Auskuppeln (Drehzahl fällt zu weit runter) aus. Dann läuft er nach ein paar getauschten Teilen oder Arbeiten am Vergaser wieder vielleicht für eine Weile und das Problem tritt wieder für ein paar Monate auf usw. (Anmerkung: Ich habe im Nachhinein gemerkt, dass die Lambdasonde abesteckt war seit ich den Bus gekauft habe. Ich bin seitdem 5000-7000 km gefahren)

    Ich habe zunächst die "kleinen" Teile erneuert: Benzinpumpe, kleinen Benzinfilter, Zündkerzen, Zündverteilerfinger, Zündverteilerkappe, Luftffilter sämtliche Temperatursensoren am Motor, Vergaser zerlegt geprüft und gereinigt und die elektrischen Teile nach Ruddies-Anleitung geprüft (Unterdruck mit Handpumpe erzeugt, Spannungen an Pins angelegt und Widerstände gemessen und nach Anleitung gemessen).

    Diesen Winter hatte habe ich mir den Finger gebrochen und dachte mir, komm bring den Wagen mal in die Werkstatt die bekommen das schon hin. Erste Prüfung über den kleinen "Diagnosestecker" im Motorraum ergab falsche Spannungen/Ströme am Drosselklappenansteller --> getauscht. Wagen läuft immernoch nicht --> Feuchtigkeitsschäden/-spuren im Ecotronik Steuergerät --> getauscht. Wagen läuft besser aber noch nicht wie er soll. Vordrosselsteller spinnt --> getauscht. Wagen läuft im Leerlauf und geht auch nicht mehr aus, aber ab 60/70 kmh Ruckeln und Stottern und er kommt auf keine höhere Geschwindigkeit --> KAT testweise mit Ersatzrohr ausgetauscht . Wagen lief wieder ohne Probleme. Ersatzrohr wurde wieder rausgenommen und der Kat wurde geleert und wieder eingebaut bis ich einen neuen KAT finde. Plötzlich lief der Wagen mit dem leeren KAT wieder unrund. Abgase gemessen, Leerlauf und Gemisch eingestellt und es hieß ich kann ihn abholen er läuft wieder. Ich habe ihn abgeholt und er lief bei der Probefahrt. Beim abstellen lief er wieder etwas unrund. Ich dachte das liegt vielleicht an den Abgasverwirbelungen, dem fehlenden Staudruck im leeren KAT und der daraus resultierenden falschen Lambdaregelung. Erstmal so hingenommen bis der neue KAT reinkommt. 3000€ für Arbeit und Teile bezahlt und den Wagen mitgenommen... Schon am ersten Tag lief er im Stand von einem auf den anderen Moment extrem unruhig die Abgase wurden plötzlich wieder dunkel/schwarz. Läuft unrund, unregelmäßige Zündungen usw. und der Motor ist im Leerlauf ausgegangen. Dann lief es wieder einen Weile und seit gestern läuft er wieder sehr schlecht und geht an jeder Ampel aus.

    Entschuldigung für den langen Text, ich habe versucht das Ganze möglichst genau zu beschreiben. Habt ihr weitere Ideen oder Anreize für mich? Ich bedanke mich schonmal im Vorfeld für kommende Beiträge.

    Schönes Wochenende wünsche ich!
     
  2. #2 m4n1nb24ck, 16.05.2021
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    Hi Winslow,

    ich war bereits frohen Mutes, als ich deinen Thread gesehen habe - aber da sich bisher niemand gemeldet hat, habe ich mir nun einen Account erstellt und möchte meine Erfahrungen mit dir teilen.

    Zuerst - herzlichen Glückwunsch zu diesem Traum an Auto! Ich weiß, wovon ich rede, habe genau dasselbe Modell Bj. 1991 letztes Jahr erworben, am 13.05. ist er dann 30 geworden. Auch derselbe Motor ist verbaut, 102.945/946 steht am Luftfiltergehäuse. Auch der Vergaser ist anhand der Teilenummer auf dem Drosselklappenansteller auf einen Pierburg 2E-E datiert worden (Die Datenblätter und Anleitungen von Ruddies sind großartig!).

    Leider habe ich ziemlich genau dasselbe Problem wie du, daher hoffe ich noch auf Antworten von hier oder vielleicht auch von dir, falls du in den nun vergangenen 2 Monaten seit der Erstellung mehr herausgefunden hast.

    Ich habe ähnliche Beobachtungen wie du gemacht, mit dem Zusatz, dass ich an meinem Drosselklappenansteller einen Belüftungsschlauch gefunden habe, der in den Fußraum führt und dort einfach ins Leere verläuft. Da sich am Wochenende niemand erklären konnte, warum der nirgendwo hin führt außer an die Luft, haben wir mal getestet, was passiert, wenn er zugemacht wird bzw. offen ist. Nach dem, was ich jetzt bei Ruddies gelesen hab, ist der anscheinend korrekt verlegt, da er wohl den Luftdruck von außen bestimmt.
    • Schlauch zu, Motor kalt: Motor schnurrt wie ein Kätzchen, völlig gleichmäßig. So klang er noch nie! Zieht auch viel besser an.
    • Schlauch zu, Motor warm: Fährt, ist leiser, läuft immer noch viel gleichmäßiger - auch bis in den Hochdrehzahl-Bereich hinein!
    • Schlauch offen, Motor warm: bei gleichem Gas 5 km/h langsamer
    • Schlauch zu, Motor warm, Fahrzeug in Bewegung, Gang raus und Drehzahl fallen lassen: Motor geht aus. Springt wieder an, nachdem man im Rollen langsam den Gang wieder kommen lässt.
    • Schlauch zu, Motor warm, Fahrzeug steht: Springt nicht mehr an, nur noch mit viel Feingefühl, Gas und Kupplung.
    Soviel dazu. Haben den Schlauch dann wieder aufgemacht, Verhalten wie vorher und von dir oben bzgl. der Leerlaufprobleme hinreichend beschrieben.
    Mein Motor geht allerdings nicht aus, auch spuckt er keinen schwarzen Ruß. Er läuft einfach nur unrund, zieht schlecht und schluckt dadurch natürlich auch ganz schön. Verbrauch liegt bei ca. 18 l/100 km, fahre auf der Autobahn eine Richtgeschwindigkeit von 100 km/h, sofern erlaubt. ;)

    Nun hat der TÜV nen Lambda-Wert von 1,7 gemessen, die Werkstatt meint es sei alles in Ordnung. Werm glaubt man nun? War bei dem einen der Motor warm und beim anderen nicht? Bei beiden war besagter Schlauch offen. Am Ende zählt ja, was der TÜV im November zur nächsten HU/AU sagt.

    Eins noch, wo ich ebenfalls gern deine Meinung hören würde: Nach längeren Fahrten, wenn der Wagen abgestellt wird, beginnt ab und an die Kaltstartklappe im Vergaser zu klappern/schaltet, obwohl kein Schlüssel mehr am Wagen steckt. Vermutung ist, dass das Zündschloss einen weg hat und der Wagen denkt, er wäre gar nicht aus und bleibt daher in Bereitschaft.

    Jetzt bin ich noch relativ neu im Schrauberuniversum, habe aber 2 relativ erfahrene "alte Hasen", die gemeinsam mit mir darauf gucken. Erklären können die sich das allerdings auch nicht, daher jetzt mal ein Forenbeitrag von mir...

    Ich würde mich freuen, von dir zu hören, viele Grüße!
     
  3. #3 conny-r, 17.05.2021
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    Der TÜV darf nur messen wenn eine bestimmte Betriebstemperatur erreicht ist und die kann man auf dem Protokoll lesen.
     
  4. #4 m4n1nb24ck, 17.05.2021
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    Hi Conny,
    der TÜV hat auch einen warrmen Motor gemessen, ich hatte ja einen Termin dort und bin hingefahren und war auch gleich dran. Da es sich damals vorrangig um die Umschreibung auf LKW handelte, wurden die Abgaswerte nur gemessen, weil die das anscheinend spannend fanden. Haben dann aber bei Lambda=1,7 abgebrochen und einfach nur ne Umschreibung gemacht, statt AU komplett.

    Was die Werkstatt gemacht hat, weiß ich nicht, ich vermute aber, die haben einen kalten Motor gemessen.

    Gruß Dennis
     
    conny-r gefällt das.
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